Silberschmieden / Goldschmieden

 

Schmuck selbst schmieden -
Traumberuf Goldschmied

Das muss kein Wunsch bleiben - da gibt es viel zu lernen in drei Jahren Lehrzeit und dann noch jede Menge Übung, denn die macht den Meister.

Aber man darf ja mal reinschmecken, das Handwerk etwas verstehen und seine Grenzen kennenlernen. Aber keine Sorge eine Hexerei ist es auch nicht, ein solides Hnadwerk eben.

Hier erklären wir die vier wichtigsten Grundlagen der Arbeit eines Gold- oder Silberschmieds:

• Sägen
• Feilen
• Löten
• Polieren

 

1. Sägen

Einspannen des Sägeblättchens

Klemmen Sie den Sägerahmen zwischen Feilnagel und Brustkorb, sodass der Holzgriff in Körperrichtung und die Schrauben nach oben zeigen.
Nun haben Sie beide Hände zum Einsetzen des Sägeblättchens frei.

 

Befestigen Sie das Blättchen an dem Ende des Rahmens, welches zum Feilnagel zeigt. Die Zähne zeigen in Ihre Richtung. Lehnen Sie sich jetzt leicht gegen den Rahmen, sodass sich der Stahlrahmen biegt und befestigen Sie das andere Ende des Sägeblättchens mit der Schraube.

Zur Überprüfung der Spannung zupfen Sie am Blättchen.
Ertönt ein "Ping" ist die Spannung korrekt, ein dumpfes "Plong" weist auf ein zu lockeres Blatt hin, das beim Sägen schnell brechen wird.

Fingerprobe: Greifen Sie die Säge am Holzgriff und halten Sie sie senkrecht. Fühlen Sie mit Ihrem Finger außen an den Sägeblattzähnen entlang. Von unten nach oben "verhakt" sich der Finger. Sägen Sie mit Zug von oben nach unten.

Das Werkstück wird am Feilnagel aufgelegt und mit den Fingern fixiert.
Gilt es, ein bestimmtes Motiv auszusägen, so wird dieses auf Papier gezeichnet, großzügig ausgeschnitten und mit Klebefilm auf das Metall geklebt. Es empfiehlt sich, entlang der äußeren Linie der Zeichnung zu sägen.
Zuviel Material kann im Anschluss immer noch mit der Handfeile entfernt werden.


Durchbrüche sägen

Innerhalb des Durchbruchs, nahe am Rand ein Loch bohren. Durch dieses Loch das Sägeblatt fädeln und wie gewohnt im Sägebogen einspannen und den Durchbruch aussägen. Dann das Sägeblatt wieder ausfädeln und mit der Feile die Kanten nacharbeiten.


2. Feilen

Das Feilen mit Hand- und Nadelfeilen

Grundsätzlich gilt: Mit der für die Arbeit gröbsten Feile beginnen, um eine gleichmäßige Oberfläche zu erzielen. Das Werkstück fest am Feilnagel fixieren und nur die Feile bewegen, ansonsten ist genaues Arbeiten nicht möglich!
Die Feile liegt fest am Werkstück auf und wird mit Druck auf das Metall nach vorne geschoben (Spanabhebung) und ohne Druck zurückgezogen.
Zu kurze, unterbrochene Feilbewegungen zerstören die Gleichmäßigkeit.


3. Löten

Allgemeines

Metallteile werden in der Regel durch Löten miteinander verbunden.
Lot ist das Mittel, das diese Verbindung herstellt. Lot ist ebenfalls ein Metall, jedoch eine spezielle Legierung,
deren Schmelzpunkt niedriger liegt als der des zu lötenden Metalls.

Unter Hitzezufuhr schmilzt das Lot und fließt zwischen die Metallelemente.
Die Verbindung, die beim Löten entsteht, ist dauerhaft und nach abschließender Bearbeitung unsichtbar. Mit Silberlot lässt sich auch Kupfer, Tombak und Messing löten. Es ist unbedingt notwendig, dass die zu verbindenden Metallteile genau aneinander passen, da das Lot durch Kapillarwirkung in die Lötfuge zwischen den Elementen fließt.

Die Bereitschaft des Lotes zu fließen nimmt ab, je größer die Lücke zwischen zwei Flächen ist. Solange noch Licht zwischen den Teilen schimmert, ist das Löten generell problematisch. Da die Kapillarwirkung für den Lotfluss notwendig ist, eignet sich Lot nicht zum Füllen sichtbarer Lücken. 

Reinigen Sie das Metall und richten Sie es so aus, dass sich die zu lötenden Teile berühren. Die Lötstelle bleibt sauber, wenn sie mit einer Schutzflüssigkeit, dem Flussmittel, eingepinselt wird. Jetzt legen Sie das Lot an die Verbindungsstelle und erhitzen Sie es, bis es schmilzt. Nun werden die Teile aneinander gefügt. Nach dem Abkühlen wird das Metall in einer Säurelösung, Beize genannt, gereinigt. Überschüssiges Lot können Sie danach von der Lötstelle wegfeilen.

 
Vorbereitung zum Löten

Um eine saubere Lötung zu erzielen, gilt es elementare Arbeitsgänge zu beachten:
- Passgenauigkeit
- die zu verlötenden Teile müssen entspannt sein
- Entgraten der zu verlötenden Teile
- das Metall ist sauber
- Flussmittel und Lotpinsel sind sauber
- Lotstelle gut mit Flussmittel benetzen
- ausreichend Lotpaillen - soviel wie nötig - sowenig wie möglich - vorsehen 
 
Das Löten

Säubern des Metalls:
Metall, das gelötet werden soll, muss sauber, das heißt frei von Fett und Oxyd sein. Beides kann man Feilen oder mit Schmirgelpapier entfernen.

Flussmittel:
Lot fließt nur, wenn die Metalloberfläche sauber ist. Wird Metall erhitzt, entsteht durch die umgebende Luft eine "Haut", Oxyd genannt, die den Lotfluss verhindert. Das Flussmittel beugt dieser Reaktion vor, indem es einen luftundurchlässigen Mantel bildet.

Auftragen des Flussmittels:
Das Flussmittel mit einem feinen Pinsel im Umkreis von 2 mm um die Lötstelle auftragen, so dass es in ausreichender Menge in die Fuge fließen kann.

Lotpaillen schneiden und auflegen:
Das Lot wird in kleine Stückchen geschnitten.
Diese Stückchen, Paillen genannt, schmelzen schneller als große "Brocken" und lassen sich gleichmäßiger verteilen.
Mit der Lotschere schmale parallele Streifen von 5 mm Länge und 1 mm Breite anschneiden. Einen Finger gegen die „ausgefranste“ Kante halten und 1 mm davon entfernt, in Querrichtung kleine Stückchen abtrennen. Die Paillen bleiben am Finger kleben und werden fertig zum Gebrauch in einen Behälter gegeben. Um das Lot auftragen zu können, zunächst einen feinen Pinsel in das Flussmittel tauchen. Mit dem angefeuchteten Pinsel die Paillen aufnehmen und entlang der Lötstelle platzieren. Das Lot muss mit beiden Teilen Verbindung haben.

 

Erhitzen des Werkstücks:
Das Werkstück auf eine geeignete Lötunterlage legen. Den ganzen Gegenstand mit weicher Flamme kreisförmig erwärmen. Das im Flussmittel enthaltene Wasser verdampft, wodurch der enthaltene Borax weiß und blasig wird. Weiterhin sanft Hitze zuführen. Mit etwas Glück legen sich Borax und Paillen wieder genau an die Fuge zurück. Keine Sorge, „was sich hebt senkt sich wieder“. Falls nicht, werden die Stückchen mit der Pinzette unter fortgesetzter Hitzezufuhr wieder an die richtige Stelle platziert.

Das Lot fließt, wenn die Temperatur des zu lötenden Metalls den Schmelzpunkt des Lots erreicht. Lot fließt an die heißeste Stelle. Man muss es also mit der Flamme lenken. Kleine Metallteile nicht direkt erhitzen, da sie viel schneller heiß werden als große Teile. Um dies zu vermeiden, wird nur der größere Körper erhitzt, der die Wärme dann auf das kleinere Element überleitet.

 

Abkühlen:
Nach dem Löten sollte das Werkstück abkühlen. Es bleibt entweder auf der Lötunterlage oder wird auf einen kleinen Brettamboß gelegt, um den Abkühlvorgang zu beschleunigen. Bindedrahtreste entfernen.

Beizen:
Nach dem Löten werden Flussmittel und Oxyd in einer Lösung - der Beize - entfernt. Am besten eignet sich dazu ein hitze- und säurefester Behälter - mit Deckel, wegen der Dämpfe. Zum Reinigen wird die Arbeit etwa fünf Minuten lang mit Hilfe der Kunststoffpinzette in die Beize gelegt.

Nach dem Beizen:
Das Werkstück mit der Kunststoffpinzette aus der Säure nehmen und im klarem Wasser spülen. Mit einem Tuch gut abtrocknen, damit sich bei der weiteren Bearbeitung an den Werkzeugen kein Rost bilden kann. Gegebenfalls unschöne Lötstellen mit der Feile nacharbeiten (-frischen) und nachlöten - nicht zwischenbeizen!


4. Polieren

 

Das bisher geschmiedete Rohstück hat jetzt zwar schon die richtige Form, aber erst der Glanz macht es wirklich zum Schmuckstück.Die Oberfläche muss in meherern Einzelschritten immer feiner gefeilt oder geschliffen werden. Nach der groben Feile folgt eine feinere. Dann arbeitet man am besten mit Schmirgelpapier oder besser mit Schmirgellatten, das sind Holzstäbchen, mit Schmirgelpapier belegt. Zunächst grob, Körnung 400, dann feiner 600 und als letzter Schritt vor der Politur 1200. Zuguterletzt gibt man auf eine Lederlatte etwas Diamantine-Paste. Diese enhält feinstes Diamantpulver. Jetzt kommt der Glanz und ein Polertuch besorgt den Rest.

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