Blog Saphir-Rubin


 

Saphir und Rubin

Kornblumenblau und taubenblutrot

Das sind die malerischen Bezeichnungen für die begehrtesten Farben bei Saphir und Rubin. Diese gehören zur großen Familie der Korunde, dem zweithärtesten Material auf unserer Erde nach dem Diamant. Die hohe Dichte kommt zustande durch eine sehr starke Bindung von Sauerstoff mit Aluminium. Und dieses reine Aluminiumoxid ist zunächst farblos. Es gibt auch einen farblosen Saphir, den Leukosaphir. Er ist sehr selten und trotzdem nicht sehr wertvoll, denn der Wert bei den Korunden entsteht durch die Farben. 

Feinste Metallnebel unterschiedlichster Spurenelemente mischen sich in das Atomgitter der Kristalle, und je nachdem, wieviel davon vorhanden ist, dadurch wird die Farbe bestimmt: Durch Chrom entstehen der rote Rubin (und nur der rote Korund heisst Rubin, alles andere ist Saphir), der pinkfarbige Saphir und der berühmte Padparadscha. Letzterer ist durch seine Seltenheit und seinen weichen Orangeton mit zartem Rosastich etwas ganz besonderes. 

Chrom und Eisen ergeben den orangefarbenen Saphir.

Eisen allein färbt den Saphir gelb und grün, und wenn dann letztendlich Eisen und Titan zusammenkommen, haben wir den beliebten blauen Saphir. Wir haben gerade neue Korundstränge bekommen, sowohl blauen Saphir als auch gemischte Saphir-Rubin Kugelstränge.

 

A Star is born ... und ein Raubüberfall

Kennt ihr diesen seidigen Glanz bei vielen Saphiren, vor allem bei den als Cabochon geschliffenen ? 

Wie ich ja schon erwähnt habe, sind es Titan und Eisen, die den Korund zum blauen Saphir machen. Manchmal wird bei der Entstehung das Titan in Form von feinen Nädelchen (Rutilnadeln). Diese geben dem Saphir die sogenannte “Seide”.


Meistens sind die Rutilnadeln zufällig und durcheinander angeordnet, so wie in dem Bild links. Manchmal aber ordnen sie sich symmetrisch an. Saphire wachsen als  6-seitiges Prisma, und wenn dann die Rutilnadeln den 3 Hauptachsen der Kristalls folgen, ist der Stern geboren und wir haben einen Sternsaphir. Dieses Phänomen einer mehr oder weniger sechsstrahlig-sternförmigen Reflexion nennt man “Asterismus”. Dieser kommt nur zur Geltung, wenn der Stein als Cabochon geschliffen ist und wenn er von parallelstrahligem Licht (am besten einer Punktlichtquelle) angestrahlt wird. Am idealsten ist die Sonne. Bei normalem Tageslicht sieht man den Stern fast nicht. Für den Schleifer ist ein Sternsaphir eine große Herausforderung. Am besten findet er den Stern, wenn er den Rohstein noch in der Kristallform vor sich hat. Da der Stern senkrecht zur Hauptachse des Kristalls liegt, kann er ihn so besser herausarbeiten.

 

 

Da wir leider im Moment keinen Sternsaphir im Shop haben, lade ich euch das Bild des “Star of India” aus dem Internet herunter, einem der größten Sternsaphire der Welt. Er wiegt 563 Carat und ist größer als ein Golfball. Der Multimillionär J.P. Morgan, Bankier und Edelsteinliebhaber (der übrigens auch dem Morganit seinen Namen gab), hat diesen 1900 dem New York Museum of Natural History geschenkt. 1964 wurde er - gerade als “Gem of the Year” ausgezeichnet - in einem spektakulären Raubüberfall von einem kalifornischen Surfer namens Jack Murphy und zwei  Freunden gestohlen. Diese hatten sich von dem Film “Topkapi” inspirieren lassen, in dem Diebe in das Museum des Topkapi-Palasts in Istanbul eingebrochen sind. Sie liessen sich im Film an einem Seil von einem Fenster herunter. Morgan und seine Freunde hatten ein offenes Fenster im oberen Stockwerk der Morgan Hall entdeckt, kletterten hinauf, liessen sich ebenfalls an einem Seil herunter und landeten genau neben der Vitrine, in der der Star of India ausgestellt wurde. Und siehe da, der einzige Alarm des Gebäudes, der dort beim Star angebracht war, hatte keine Batterie mehr (diese war seit Jahren nicht mehr ausgetauscht worden). Sie stahlen ihn und weitere Juwelen im Wert von mehr als $400.000. Der Raub ging als der berühmteste Juwelenraub des 20. Jahrhunderts in die Geschichte ein. Morgan und seine Kumpels wurden erwischt und vor Gericht gestellt. Die Damenwelt fiel reihenweise im Gerichtssaal in Ohnmacht angesichts des gut aussehenden wilden “Beach Boy” Jack Murphys, der noch vor ein paar Jahren als Musiker die Violine im Pittsburgh Orchestra gespielt hatte, dann als Surf-Champion berühmt geworden war und nun als Juwelendieb Karriere machte ...

 

Teurer als Diamant? Gibt´s nicht?

Doch, Rubin ! Der Bruder des Saphirs, der roten Variante des Korund. Und es ist die Farbe, die beim Schätzen dieses Edelsteins am allerwichtigsten ist. Ein intensives, fast elektrisches Rot, leuchtend, lebhaft, in seiner Krönung von den Burmesen mit “Taubenblutrot” bezeichnet (seine Trägerin soll sich lieber nicht näher mit dieser Bezeichnung beschäftigen...). Dieses Taubenblutrot entsteht, wenn ca. ein Drittel des Aluminiums, das den Korund ausmacht, durch reines Chrom ersetzt wird. Sobald aber schon ein bisschen Eisen und Vanadium dazu kommen, gibt es ein Braunrot oder Violettrot. Also ist es genau dieses Chrom, das den Rubin so wertvoll macht. Eigentlich schlummert es in größten Tiefen der Erde und durch irgendwelche Ereignisse genau zum richtigen Zeitpunkt, traf es auf das Aluminium, das gerade auskristallisierte, und schon war´s passiert ! 

Als nächstes - nach der Farbe - sind Schliff und Größe von Bedeutung, wobei Rubine - anders wie Diamanten - nur selten richtig große Kristalle von über 10 Karat bilden. Und all dies kann ihn wertvoller als Diamant machen. Ein 16-karätiger Rubin wurde 1988 bei Southeby´s in New York für unglaubliche 3,6 Millionen US-Dollar versteigert !  

Herzlichst, Ihre Heidi Maria Killer-Bögl (Gemmologin)

 


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